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Wenn im Team offline echte Gespräche entstehen

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit
KI-generiert

Wer heute ein Team führt, jongliert nicht mehr mit einer Aufgabe, sondern mit einem ganzen System aus Herausforderungen und Unwägbarkeiten. Und mittendrin sind Menschen, die trotzdem zusammenarbeiten, sich vertrauen und Leistung erbringen sollen.

Dazu ein Vorschlag, der auf den ersten Blick unspektakulär wirkt: Geht zwischendurch offline, gemeinsam als Team.

Digital, agil, interdisziplinär und trotzdem soll es menschlich bleiben Teams sind heute oft über mehrere Standorte verstreut, setzen sich aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen und arbeiten im Grunde permanent mit allerlei Technologie. Das ist effizient. Das ist modern. Doch es hat einen Preis, über den selten gesprochen wird: Beziehungen, die früher einfach so am Kaffeeautomaten oder unter der Bürotür entstanden sind, müssen heute richtiggehend erkämpft werden – zwischen Slack-Nachrichten, Kalendereinladungen und dem nächsten Tool-Update.

Die Forschungsergebnisse dazu sind eindeutig: Gute, vertrauensvolle soziale Beziehungen am Arbeitsplatz sind nicht «nice to have», sie sind wichtig für ein Unternehmen, und sie sind gesundheitsrelevant. Ein Team, das sich nicht wirklich kennt, kommuniziert vorsichtiger, klärt Konflikte langsamer und verzeiht Fehler seltener. Das kostet auf allen Seiten viel Energie.

Der Denkfehler: Zusammenhalt lässt sich digital organisieren Viele Unternehmen versuchen, dieses Problem mit denselben Mitteln zu lösen, die es verursacht haben: ein weiteres Tool für virtuelle Team-Events, ein Quiz-Abend per Videocall, eine Umfrage-App zum Teamklima. Das Resultat: Es entsteht nichts daraus. Das Teamklima verändert sich nicht, die Bildschirme bleiben inhaltslos, einfach mit einem weiteren Tab, der geöffnet ist.

Wir sagen das mit einer gewissen Selbstironie, denn wir haben früher selbst klassische Teambuilding-Events organisiert, mit Sackhüpfen, Torwandschiessen und Seilziehen. Wir wissen also genau, wovon wir sprechen, wenn wir sagen: Das Problem war nie die Idee des gemeinsamen Erlebnisses. Das Problem war, dass niemand danach etwas verändert hat. Am Montag lief wieder alles wie vorher, nur mit einem Teamfoto mehr im Intranet.

Was offlineCAMP bewirkt offlineCAMP ist kein Digital-Detox-Gag und keine App-freie Wanderung zur Beruhigung des Gewissens. Ein Team verändert sein Zusammenspiel nicht, weil es einen Tag lang das Handy nicht anfasst. Es verändert sich aber, wenn es merkt, wie die Mitglieder wirklich miteinander umgehen, sobald die ständige digitale Ablenkung wegfällt.

Ohne Bildschirm zwischen den Gesichtern hört man einander wieder zu. Ohne die Möglichkeit, schnell eine Nachricht zu schreiben, statt ein Gespräch zu Ende zu führen, entstehen echte Diskussionen, auch unbequeme. Genau diese Erfahrung ist es, die hängen bleibt: nicht der Ausflug, sondern die neue Klarheit darüber, wie das eigene Team tickt.

Das ist der Unterschied zwischen einem netten Ausflug und einem echten Perspektivenwechsel. Das ist ein wichtiges Puzzleteil, wenn Organisationen aktiv ein Arbeitsumfeld schaffen wollen, das Produktivität und Wohlbefinden gleichermassen fördert. Das entsteht nicht durch eine weitere Massnahme im Katalog des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Das entsteht durch eine Erfahrung, die etwas mit dem Team macht.

Manchmal ist der fortschrittlichste Schritt für ein Team, offline zu gehen.

 

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